Heizen mit Holz in Belgien und Luxemburg – regional, nachhaltig, zukunftsorientiert
In Zeiten steigender Energiepreise und wachsendem Bewusstsein für den Klimaschutz gewinnt das Heizen mit Holz in Belgien und Luxemburg zunehmend an Bedeutung. Holz ist ein regional verfügbarer, nachwachsender Brennstoff, der – sachgerecht genutzt – einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung leisten kann.
Waldressourcen in Belgien und Luxemburg
Sowohl Belgien als auch Luxemburg verfügen über erhebliche Waldflächen, die Grundvoraussetzung für eine regionale Holzenergieversorgung sind:
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In Belgien sind rund 23 % der Landesfläche bewaldet, was knapp über 700.000 Hektar Wald entspricht. Die Wälder erstrecken sich vor allem über Wallonien und Flandern und sind Teil einer aktiv bewirtschafteten Forstlandschaft.
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In Luxemburg decken Wälder rund 35 % der Gesamtfläche ab, also etwa 92 000 Hektar. Der Großteil dieser Fläche besteht aus Laubholzbeständen, die nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch als Rohstoffquelle nutzbar sind.
Diese Ressourcen bilden die Basis für eine regionale Wärmeproduktion mit erneuerbarem Holz, die im Idealfall nicht auf lange Transportwege und fossile Brennstoffe angewiesen ist.
Nachhaltigkeit durch regionale Verfügbarkeit
Ein zentraler Vorteil von Holz als Heizbrennstoff liegt in seiner regionalen Verfügbarkeit: Kurze Transportwege reduzieren den Energieaufwand für Lieferung und Logistik, und wenn nicht mehr Holz entnommen wird als nachwächst, bleibt der Waldbestand langfristig stabil. Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung kann das Holz CO₂-neutral verwertet werden – der bei der Verbrennung freigesetzte Kohlenstoff wurde zuvor im Wald gebunden. Dies steht im Gegensatz zur Nutzung fossiler Brennstoffe wie Öl oder Gas, die zusätzlich CO₂ aus geologischen Reserven freisetzen.
Pelletsproduktion und Nutzung
Holzpellets sind ein besonders komfortabler und effizienter Brennstoff für moderne Biomasseheizungen:
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In Belgien hat sich der Pelletmarkt dynamisch entwickelt und wächst sowohl bei Wohnungs- als auch bei industrieller Nutzung. Die Pelletproduktion ist eng mit lokalen Sägewerken und Holzverarbeitungsprozessen verknüpft, und große Produktionsstandorte – etwa einer der größten Pelletproduktionsstandorte Europas – verarbeiten regionale Holzreste zu Pellets.
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In Luxemburg betreibt ein Standort in Roost/Bissen die einzige Pelletproduktion des Landes mit einer Jahresproduktion von mehreren Zehntausend Tonnen. Auch hier stammen die Rohstoffe überwiegend aus regionaler Holznutzung.
Pellets haben gegenüber herkömmlichem Brennholz den Vorteil, dass sie automatisch in modernen Heizkesseln verbrannt werden und eine gleichmäßige, effiziente Wärmebereitstellung ermöglichen – ein wichtiger Pluspunkt für den Einsatz im Einfamilienhaus ebenso wie in Nahwärmenetzen.
Vergleich zu fossilen Brennstoffen
Der Wechsel von Öl oder Gas auf Holzpellets oder andere Holzverbrennungsformen kann zu erheblichen CO₂-Einsparungen führen, da bei der Verbrennung im besten Fall nur das CO₂ freigesetzt wird, das zuvor im Wald gebunden wurde. Moderne Pelletheizungen können dabei hohe Wirkungsgrade erreichen und im Vergleich zu fossilen Systemen deutlich geringere Emissionen an Treibhausgasen aufweisen. Zudem tragen sie zur Diversifizierung der Energiequellen bei und reduzieren die Abhängigkeit von importierten Energieträgern.
Fazit – „Holz heizen“ als Baustein der Energiewende
Das Heizen mit Holz – besonders in Form von Pellets oder Biomassekesseln – bietet in Belgien und Luxemburg eine nachhaltige, regional verankerte Option, um Wärme zu erzeugen. Stabile Waldressourcen, wachsende Pelletmärkte und moderne Heiztechnologien machen Holzenergie zu einem attraktiven Bestandteil einer resilienten und klimafreundlichen Energieversorgung in beiden Ländern.
[Foto: kimkim.com]